Spezielle Therapie

Spezielle therapeutische Maßnahmen:


Klimatherapie
Bei uns nehmen alle Patienten ab dem dritten Lebensjahr an der Klimatherapie teil. Sie setzt sich aus unterschiedlichen Phasen zusammen, die je nach Alter und Konstitution des Kindes / Jugendlichen sowie klimatologischen Gegebenheiten variiert werden.

 

In den ersten Tagen ist eine vorsichtige Klimaadaptation erforderlich. Damit der Klimareiz nicht zu intensiv ist und die noch beeinträchtigte Reaktionsfähigkeit des Körpers überfordert, sind zunächst nur Aufenthalte im Inneren der Insel sinnvoll. Nach einigen Tagen der Eingewöhnung beginnt die Behandlung mit Luftbädern. Hierbei wird nach einem vorherigen Aufwärmen in leichter Bekleidung ein Lauftraining an der frischen Luft durchgeführt. Die Kleidung wird über einige Tage so weit reduziert, dass die Patienten die Luftbäder in Badebekleidung durchführen. Nach diesem Trainingserfolg werden – je nach Konstitution und Witterung – dann auch Seebäder eingesetzt, wobei die Patienten zunächst nur mit den Füßen, nach einigen Tagen schrittweisen Trainings auch mit dem ganzen Körper in der Nordsee baden.
Zudem nutzen alle Patienten während des Aufenthaltes in der Brandungszone das maritime Aerosol, das zur Schleimlösung der Bronchien führt und den Hautzustand verbessert.


Schonfaktoren
Die reine und saubere Luft bei eingeschränktem Straßenverkehr auf der Insel entlastet die Atemwege von Schadstoffen und Allergenen (insbesondere Pollen), wovon insbesondere Patienten mit Atemwegskrankheiten und Allergien profitieren. Die salzhaltige Meeresluft (Aerosol) befeuchtet die Atemwegsschleimhäute und löst den Schleim in den Bronchien. Geringe Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sowie zwischen Sommer und Winter vermeiden eine Wärmebelastung des Körpers. Dies wirkt sich positiv auf den Verlauf von Haut- und Atemwegskrankheiten aus.


Reizfaktoren
Der meist beständige Wind und die im Sommerhalbjahr relativ kühle Temperatur führen zu einer Abkühlung der Haut. Die hierdurch erzielte Abhärtung führt sowohl zu einer Abnahme der Infektanfälligkeit als auch zu einer Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Ein verstärkter Kältereiz wird durch Meeresbäder gesetzt. Die Abkühlung der Haut normalisiert die Hautdurchblutung und wirkt sich zusammen mit der hornhautaufweichenden Wirkung des Meerwassers günstig auf Hautkrankheiten aus. Verschiedene Hautkrankheiten werden günstig beeinflusst, z.B. Neurodermitis, Schuppenflechte und Akne. Das Immunsystem wird angeregt. Weiterhin kommt es zu einer Verbesserung der psychischen Leistungsfähigkeit und des subjektiven Wohlbefindens. Über eine Steigerung der Vitamin-D-Synthese wird der Knochenaufbau gefördert.


Medikamentöse Therapie
Eine regelmäßige Behandlung ist bei vielen Patienten mit Atemwegs- und Hautkrankheiten erforderlich.


Inhalationsbehandlung
Viele Patienten mit Asthma bronchiale benötigen eine regelmäßige Inhalationsbehandlung, um die Entzündung der Bronchialschleimhaut zu reduzieren und die bronchiale Überempfindlichkeit zu vermindern. Dies ist insbesondere bei schwerem Asthma eine wichtige Voraussetzung für einen anhaltenden Behandlungserfolg. Abhängig von Alter und Entwicklungsstand der Patienten erfolgen eine Einweisung und regelmäßige praktische Übungen in der geeigneten Inhalationstechnik.


Hautpflege und Therapie
Bei Vorliegen einer Neurodermitis oder anderer Hautkrankheiten ist eine regelmäßige Basispflege der Haut mit wirkstofffreien Cremes und Salben von großer Bedeutung, um die trockene Haut geschmeidig zu halten und damit sowohl den Juckreiz als auch die Hautinfektionen zu vermindern. Bei Bedarf kommen wirkstoffhaltige Externa zum Einsatz, wobei auf die Anwendung von Kortison dank der günstigen klimatischen Lage und konsequenter Therapie einschließlich Vermeidung von Auslösern häufig verzichtet werden kann.


Medikamente
Ist durch die Vorgeschichte, den Verlauf und die Untersuchungsergebnisse erkennbar, dass der Patient einer Dauertherapie oder einer Änderung der bestehenden Behandlung bedarf, so beginnen wir entsprechend der aktuell gültigen Leitlinien eine dementsprechende Behandlung. Bei interkurrent auftretenden Erkrankungen kommen nach Aspekten evidenzbasierter Medizin in der Pädiatrie übliche Medikamente zum Einsatz.


Physiotherapie
Neben der medikamentösen Behandlung kommt der Bewegungs- und Physiotherapie ein entscheidender Stellenwert zu. Wir stärken durch die physiotherapeutischen Maßnahmen die Körperfunktionen und führen die Patienten zu regelmäßiger körperlicher und sportlicher Aktivität.


Atemtherapie
Die Atemgymnastik (Autogene Drainage, Flutter, Atem erleichternde Stellungen wie Bauchatmung, Lippenbremse) werden als Einzelbehandlung und in der Kleingruppe mit den Patienten geübt. Großen Wert legen wir auf das Erlernen von Sekrettransportübungen (nach Keil), welche z. B. bei Asthma bronchiale, Bronchitis oder Mukoviszidose das zähe Sekret in den Bronchien ablösen. Dieses kann dann abgehustet werden, wodurch die Atemwege frei werden. Durch die Übungen wird die Beweglichkeit des Brustkorbs verbessert und damit die Atmung erleichtert.


Schwimmen
Das 12 x 6 Meter große hauseigene Meerwasserschwimmbad mit Gegenstromanlage enthält speziell gereinigtes Wasser aus einem eigenen Meersoletiefbrunnen. Therapeutisches Schwimmen kräftigt die Muskulatur und verbessert die Beweglichkeit des Brustkorbes.Bei Patienten mit Atemwegskrankheiten löst die feuchtigkeitsgesättigte Luft mit dem Soleaerosol das zähe Sekret in den Bronchien. Bei Kindern mit Hautkrankheiten wirkt der Salzgehalt des Wassers desinfizierend und juckreizstillend, die verdickte Hornhaut wird aufgeweicht und damit weniger verletzungsanfällig. Die Hautfunktion wird verbessert, so dass wieder mehr Feuchtigkeit in der Haut gespeichert werden kann.


Meersolewannenbäder
Da für viele Patienten mit ausgeprägter Neurodermitis zu Beginn der Maßnahme die hohe Solekonzentration in unseren Wannenbädern noch zu stark reizend wirken würde, beginnen wir die Behandlung zunächst in einer Meersole 0,5 % und steigern die Konzentration je nach Verträglichkeit.


Sport, Spiel und Bewegungstherapie
Spezielle Intervall-Trainingsprogramme steigern die körperliche Leistungsfähigkeit und die Anpassungsfähigkeit von Bronchien und Lunge an Belastungssituationen.
Jüngere Kinder werden in spielerischer Form an sportliche Betätigungen und therapeutische Übungen herangeführt.


Fitnesstraining
Kraft- und Ausdauertraining an verschiedenen Fitnessgeräten und Ergometern steigert den Spaß an körperlicher Aktivität, dient der gesteigerten Fettverbrennung und dem Muskelaufbau bei Patienten mit Adipositas und fördert die kardiopulmonale Leistungsfähigkeit z. B. bei Patienten mit Asthma bronchiale.


Behandlung des Bewegungsapparates
Orthopädische Krankengymnastik und Haltungsturnen vervollständigen das therapeutische Angebot.


Roborierung
Kneipp’sche Anwendungen und andere Formen der Wärme- und Kälteanwendung trainieren die Blutgefäße und steigern die Abwehrkräfte des Organismus.


Ernährung und diätetische Therapie
Das Angebot einer abwechslungsreichen, altersentsprechenden Ernährung mit einem ausgewogenen Verhältnis an Nährstoffen, Ballaststoffen, Spurenelementen und Vitaminen ist weiterer Bestandteil unseres ganzheitlichen Therapiekonzeptes.

Bei Bedarf können alle in der Pädiatrie bedeutsamen Diäten verabreicht werden. Zum Einsatz kommen allergenarme Diäten bei Nahrungsmittelallergien, niedrig- oder hochkalorische Kost bei Untergewicht und Adipositas, cholesterinarme Kost bei Fettstoffwechselstörungen, gliadinfreie Kost bei Zöliakie und weitere Spezialdiäten, z. B. bei Vorliegen einer Mukoviszidose oder eines Diabetes mellitus.
Neben der Beratung durch Diätassistenten werden in kleinen Gruppen Ernährungsschulungen und Kochkurse in unserer Lehrküche für Jugendliche und Eltern durchgeführt.


Ergotherapie
Als medizinisch-therapeutische Fachrichtung gehört die Ergotherapie zu unserem Gesamtkonzept der Rehabilitation. Im Zentrum der Behandlung stehen die basalen sensomotorischen Funktionen und Fertigkeiten der Kinder, die auf die kompetente Selbstregulation in allen Entwicklungsbereichen abzielt.


Sprachtherapie
Beurteilung und auch Weiterbehandlung bei vorliegendem Behandlungsbericht der heimischen Therapeuten erfolgt durch unsere Sprachtherapeutin.


Nachsorge
Während des stationären Aufenthaltes wird zur langfristigen Sicherung des Behandlungserfolges ein individueller Therapieplan erarbeitet. Unsere Empfehlungen besprechen wir ausführlich mit den Patienten und Begleitpersonen und teilen diese dem weiterbehandelnden Arzt mittels Reha-Entlassungsbericht mit. Im Rahmen der Schulungen und Arztgespräche verweisen wir auf Selbsthilfegruppen und Desease-Management-Programme am Heimatort und geben schriftliches Informationsmaterial mit. Falls erforderlich, erfolgt eine Kontaktaufnahme zu den weiterbehandelnden Ärzten, Psychologen oder Psychotherapeuten sowie Jugendämtern.

 

Nach dem stationären Aufenthalt haben die Patienten und Begleitpersonen die Möglichkeit, mit unserem Ärzteteam telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufzunehmen.

Kontakt

Seeklinik Norderney gGmbH
Zentrum für Kinder- & Jugendrehabilitation
Benekestraße 27 - 26548 Norderney


Telefon: 04932/899-0
E-Mail: info@seeklinik-norderney.de